Angela Lenz (ein Pseudonym) wurde seit frühester Kindheit bis in ihr Erwachsenenleben absichtlich in eine multiple Persönlichkeit verwandelt. Die künstlich erzeugten Pseudo-Persönlichkeiten wurden mit brutalen Methoden abgerichtet wie Hunde. Die Journalistin Ulla Fröhling schilderte den Leidensweg dieser Frau in ihrem Buch "Vater unser in der Hölle". Die erste Auflage erschien 1996, nun liegt eine zweite, überarbeitete und erweiterte Taschenbuch-Version vor.
Hans Ulrich Gresch setzt sich in einer Serie von Kommentaren mit diesem bemerkenswerten Buch auseinander.

In seinem Nachwort zu Fröhlings Buch beklagt ein Experte für "rituellen Missbrauch", der Sozialpädagoge Thorsten Becker die Neigung vieler Menschen, dieses Thema zu verdrängen oder zu verleugnen.Sogar Fachleute seien vor Fehleinschätzungen nicht gefeit. Den "besten Beweis" dafür liefere der amerikanische Spezialist für die Multiple Persönlichkeitsstörung, Frank Putnam. Putnam argumentiert, dass sich Kulte, die kriminell werden, sehr schnell auflösen. Aus dieser Beobachtung leitet er die Hypothese ab, dass "ritueller Missbrauch kein Bestandteil einer Ideologie satanischer Kulte sei".

Becker versucht diese Hypothese durch eine Reihe von Gegenbeispielen zu entkräften, die ich allesamt nicht für überzeugend halte. Anstatt dieses Probleme auf der fragwürdigen Ebene von Beispielen und Gegenbeispielen abzuhandeln, ziehe ich eine sachlogische Analyse des Problems vor. Definieren wir zuvor rituellen Missbrauch im Sinne von Fröhlings Buch als die systematische Erzeugung einer Multiplen Persönlichkeitsstörung in frühester Kindheit und die brutale Dressur der entstehenden Persönlichkeitsfragmente. Vorauszusetzen ist die Tatsache, dass bisher noch kein Satanistenkult überführt wurde, rituellen Missbrauch im Sinne obiger Definition betrieben zu haben.

Zweifellos verhöhnen Satanisten die christliche Moral und es wurden auch schon Anhänger von Ideologien dieser Art einschlägiger, teilweise höchst abscheulicher Verbrechen überführt. Zu diesen Verbrechen zählte aber nicht die mentale Versklavung von Menschen durch Drogen, Folter, Hypnose, sensorische Deprivation, Elektroschocks u. ä.

Zahllose Opfer in vielen Weltgegenden berichten jedoch, sie seien von Satanisten einer Gehirnwäsche unterzogen worden. Nicht alle, aber doch ein substanzieller Teil dieser Berichte klingt glaubwürdig.

Gibt es einen gemeinsamen Nenner, der diesen Berichten zugrunde liegt. Ich denke schon. Er besteht aus folgenden Kompenenten:

  1. Die Täter arbeiteten offenbar nach einem Manual. Ihr Vorgehen war systematisch und psychologisch wohl begründet.
  2. Die Täter waren Experten, die ihr Handwerk verstanden. Viele waren offenbar Psychiater, Psychologen oder andere professionelle Psycho-Spezialisten.
  3. Die Täter operieren weltweit nach demselben System der Bewusstseinskontrolle, die Variationen sind eher nebensächlich.
  4. Die Täter waren in der Lage, Jugendämter, Polizei, Staatsanwälte, Richter und andere Verantwortliche im Umfeld ihrer Opfer zu kontrollieren.
  5. Das Ziel der Täter bestand darin, die Opfer zu bedingungslosem Gehorsam abzurichten und deren Erinnerung an die Tatsache der Dressur zu blockieren.
  6. Die Täter verfügten über genügend Mittel, um diese aufwändige Prozedur, die sich über viele Jahre erstreckt, zu finanzieren.
  7. Die Täter waren Mitglieder einer auf Dauer angelegten Organisation, die einen derart langfristigen Prozess zu realisieren in der Lage ist.

Und nun fragen wir uns, welche Menschengruppen auf diesem Planeten in der Lage wären, diese Bedingungen zu erfüllen. Satanisten? Was müssten das wohl für Satanisten sein? Doch wohl nur solche, die bei den Herren der Welt aus- und eingehen. Oder gar zu diesen zählen. Auch wenn ich das internationale Großbürgertum nicht unbedingt für einen Hort der Tugend halte, kann ich mir nicht vorstellen, dass diese Leute gern direkten Kontakt mit Gestalten pflegen, die kleine Kinder foltern und in jeder erdenklichen Hinsicht bestialisch misshandeln und missbrauchen.

Sind gar Geheimgesellschaften am Werke, z. B. die legendenumwobenen Illuminaten? Auch wenn ich Verschwörungstheorien nicht abhold bin, weil die menschliche Geschichte bekanntermaßen seit Adam und Eva eine Kette von Verschwörungen war, so glaube ich doch, dass wir in diesem Falle mit einer weniger spektakulären Erklärung vorlieb nehmen sollten.

Stellen wir uns einfach die zwei Fragen, die sich jeder Kriminalist stellt, der eine Ermittlung beginnt:

  1. Wer hat ein Motiv, wem nützt die Tat?
  2. Verrät der Tathergang etwas über den Täter?

Zu 1: Ein starkes Motiv haben selbstverständlich Geheimdienste und Streitkräfte. In diesen Bereichen braucht man für alle Arten von Himmelfahrtskommandos Menschen, die bedingungslos gehorchen, und koste es auch das eigene Leben.

Zu 2: Wen wundert es da, dass beispielsweise der Geheimdienst CIA seit seiner Gründung nach Möglichkeiten suchte, Menschen mental zu versklaven und so gegen ihren Willen und ohne ihr Wissen zu Handlungen zu zwingen, die ihren eigenen Interessen widersprechen, ja, sogar dem Selbsterhaltungstrieb. Wir wissen aus inzwischen freigegebenen Akten, dass dieser Geheimdienst zu diesem Zwecke mit Drogen, Hypnose, Folter, Elektroschocks, sensorischer Deprivation und allen erdenklichen Verfahren zur Bewusstseins- und Persönlichkeitsspaltung experimentierte.

Satanisten? Echte? Oder kommen, wenn die Satansroben fallen, Uniformen oder die Trechcoats von Agenten zum Vorschein?

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"Nichts ist, was es zu sein scheint." (Motto des CIA-Direktors Allan Dulles)


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